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Weißer und schwarzer Hautkrebs

Sonnenlicht belebt, stärkt das Immunsystem und für die Vitamin-D-Produktion ist es unverzichtbar. Im Übermaß genossen können Sonnenstrahlen allerdings Hautkrebs auslösen, denn die ultravioletten Strahlen schädigen die Erbsubstanz der Hautzellen. Kein Wunder also, dass die drei Hautkrebsarten Basaliom, Spinaliom sowie das gefürchtete maligne Melanom mit deutschlandweit zusammen 235 000 Neuerkrankungen pro Jahr die häufigste Krebserkrankung überhaupt darstellen.

Die menschliche Haut besteht aus drei einfach unterscheidbaren Schichten: der Oberhaut oder Epidermis, der darunter liegenden Lederhaut, von Fachleuten Corium oder Dermis genannt, und der aus Fett und Bindegewebe bestehenden Unterhaut, der Subcutis.

Basaliom, Spinaliom und malignes Melanom
Die drei häufigsten Hautkrebsarten entstehen ausschließlich aus unterschiedlichen Zellen der Oberhaut: Wenn Basalzellen geschädigt werden, entsteht ein Basalzellkarzinom oder kurz Basaliom. Aus den darüber liegenden sogenannten Stachelzellen kann ein Stachelzellkarzinom werden, das Mediziner auch als Spinaliom oder Plattenzellkarzinom bezeichnen. Wenn schließlich Melanozyten durch ein Zuviel an ultravioletten Strahlen geschädigt werden, entsteht das gefürchtete maligne Melanom (siehe Grafik).


Weil ein malignes Melanom meist aus dunkel gefärbten Leberflecken (Nävi) oder aus asymmetrischen, unregelmäßig kolorierten sogenannten atypischen Hautmalen entsteht, wird es oft auch als schwarzer Hautkrebs bezeichnet. Basaliom und Spinaliom dagegen bilden nicht schwarze oder dunkle, sondern eher helle Hautveränderungen beziehungsweise dauerhafte Hornkrusten. Im allgemeinen Sprachgebrauch ist deshalb häufig von weißem Hautkrebs die Rede.

Basaliom: Porzellanartige Pickel auf „Sonnenterrassen“
Mehr als 200 000 Frauen und Männer erkranken hierzulande Jahr für Jahr an einem weißen Hautkrebs, 136 000 an einem Basaliom, nahe - zu 70 000 an einem Spinaliom. Die Basaliom-Herde sehen aus wie porzellanartige Pickel und treten zu 70 bis 80 Prozent an den sogenannten Sonnenterrassen des Körpers auf, also an Nase, Ohren Unterlippen, Nacken und Händen.

Die Erkrankten sind meist zwischen 50 und 60 Jahre alt und haben im Laufe ihres Lebens durch ungeschütztes Sonnenbaden eine hohe UV-Gesamtdosis aufgenommen. Mit der Zeit sinken die Hauterhebungen in der Mitte ein, und es entsteht eine kleine Mulde, die am Grund mit einer Kruste belegt sein kann. Die Heilungsaussichten für diesen Hautkrebs sind sehr gut. Etwa 95 Prozent aller Patienten werden wieder vollständig gesund. Wenn der hautfarbene Knoten nicht entfernt wird, kann der Tumor weiter wachsen, allerdings bilden Basaliome keine Tochtergeschwulste, sie metastasieren also nicht.

Größere Spinaliome neigen zur Metastasierung
Als Vorstufe zum Stachelzellkrebs oder Spinaliom entsteht zunächst eine sogenannte solare (= durch Sonnenlicht verursachte) Keratose, manchmal auch aktinische (= durch Strahlen bewirkte) Keratose genannt. Dabei handelt es sich um eine scharf begrenzte Rötung, die vorzugsweise wieder an den Sonnenterrassen des Körpers auftritt.

Nach individuell unterschiedlich langer Zeit wird aus der solaren Keratose ein Spinaliom, erkennbar als fest haftende Hornkruste, die ständig wächst. Das mittlere Erkrankungsalter liegt bei 70 Jahren. Wenn es gelingt, das Spinaliom zu entfernen, solange sein Durchmesser noch kleiner als ein Zentimeter ist, liegen die Heilungsaussichten bei nahezu 100 Prozent. Größere Spinaliome neigen allerdings zur Metastasierung, das heißt die chirurgische Entfernung des Krankheitsherdes allein reicht nicht mehr aus.

Immer häufiger, immer früher: Das maligne Melanom
Während Basaliom und Spinaliom offensichtlich durch die im Laufe des Lebens angesammelte UV-Gesamtbelastung verursacht sind, entsteht das maligne Melanom in erster Linie durch häufige sehr intensive UV-Belastungen, wie sie für ausgiebiges ungeschütztes Sonnenbaden oder regelmäßige Solarienbesuche typisch sind. Besonders gefährdet sind hellhäutige und rothaarige Menschen, die schon nach wenigen Minuten sehr empfindlich auf die Sonne reagieren, während andere sich bis zu einer halben Stunde sonnenbaden können, ohne Schäden befürchten zu müssen (Tabelle 1).

Der schwarze Hautkrebs ist zu Recht sehr gefürchtet: wenn der aus geschädigten Melanozyten entstehende Krebsherd größer ist als 1 Millimeter, sind die Heilungsaussichten nicht mehr gut. Das Metastasierungsrisiko steigt mit der Tumordicke; unbehandelt führt ein malignes Melanom innerhalb weniger Monate zum Tod.Bei Tumordicken bis zu 1,5 Millimeter ist es nötig, neben dem Tumor selbst auch die zugehörigen Lymphknoten zu entfernen. Wenn das maligne Melanom bei der Diagnose schon größer ist, gilt es, nach Fernmetastasen zu suchen und diese ebenfalls zu entfernen. Außerdem ist in solchen Fällen meist auch eine Chemo- und/oder Strahlentherapie notwendig, um die bereits im Körper verteilten Krebszellen zu bekämpfen.

Verbesserte Behandlungsmöglichkeiten
Gerade in Bezug auf die medikamentösen Behandlungsmöglichkeiten tut sich seit dem Jahr 2011 eine Menge: Seinerzeit wurde der monoklonale Antikörper Ipilimumab zugelassen, mit dem sich auch bei metastasierter Erkrankung eine Überlebenszeit von drei Jahren erreichen lässt, allerdings nur bei etwa einem Fünftel der Patienten. Leider existieren bislang keine Marker, mit denen sich das Ansprechen auf eine Ipilimumab-Therapie voraussagen ließe.

Bei etwa der Hälfte aller Melanom Patienten kommt es in den Tumorzellen zu einer charakteristischen Veränderung der Erbsubstanz, die zu schnellem Tumorzellwachstum führt. Bei Patienten mit einer solchen aktivierenden Mutation wirkt eine andere Klasse von Medikamenten sehr gut: Vemurafenib und Dabrafenib sind die beiden derzeit zugelassenen Präparate. Die Erfolge sind zunächst verblüffend, der Tumor scheint geradewegs zu schrumpfen. Nach mehreren Monaten tritt aber häufig eine Resistenz gegen die Medikamente auf, das heißt, die Wirkung lässt nach.

In Deutschland erkranken jährlich nahezu 30 000 Menschen an einem malignen Melanom, mit steigender Tendenz und immer jünger werdenden Patienten. Die Zahl der Melanom Patienten verdoppelt sich derzeit alle zehn Jahre. Mehr als die Hälfte von ihnen ist jünger als 60 Jahre. Über 2000 Menschen sterben jährlich daran. Das höchste Risiko tragen Menschen mit mehr als 40 Leberflecken oder mit sogenannten atypischen Hautmalen, die asymmetrische Ränder haben und/ oder unregelmäßig gefärbt sind (Tabelle 2).Sonnenbrände in Kindheit und Jugend erhöhen das Risiko weiter. Mit anderen Worten: Durch Hauttyp-angepassten Sonnenschutz und regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen istdas maligne Melanom vermeidbar.


Sonnenlicht genießen, Solarien unbedingt meiden
Nach wie vor gilt: Sonnenlicht belebt, stärkt das Immunsystem und ist essentiell für die Vitamin- D-Produktion. Speziell für helle Hauttypen sollte klassisches Sonnenbaden allerdings tabu sein. Der Besuch von Solarien birgt ebenfalls ein erhebliches Hautkrebsrisiko, weshalb Minderjährige dort seit dem 1. März 2010 keinen Zutritt mehr haben. Fazit: Genießen Sie die Sonne – aber mit der gebotenen Zurückhaltung. Und nutzen Sie die Möglichkeit zur Hautkrebsvorsorge-Untersuchung. Wenn Sie 35 Jahre oder älter sind, haben Sie alle zwei Jahre einen Anspruch darauf. Qualifizierte Ärzte in Ihrer Nähe finden Sie unter www.hautkrebs-screening.de.