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Übergewicht und Fettleibigkeit

Übergewicht und Fettleibigkeit sind unabhängige Risikofaktoren für die Entstehung von mindestens 13 Krebsarten. Das ist das Ergebnis einer im Sommer 2016 veröffentlichten Untersuchung der Internationalen Agentur für Krebsforschung (IARC), einer Einrichtung der Weltgesundheitsorganisation (WHO). Besonders ausgeprägt sind die Effekte bei Tumoren der Gebärmutterschleimhaut und der Speiseröhre.

Übergewicht und Fettleibigkeit sind unabhängige Risikofaktoren für die Entstehung von mindestens 13 Krebsarten. Das ist das Ergebnis einer im Sommer 2016 veröffentlichten Untersuchung der Internationalen Agentur für Krebsforschung (IARC), einer Einrichtung der Weltgesundheitsorganisation (WHO). Besonders ausgeprägt sind die Effekte bei Tumoren der Gebärmutterschleimhaut und der Speiseröhre.

Übergewicht und Fettleibigkeit wurden in diesem IARC-Bericht anhand des sogenannten Body-Mass-Index, kurz BMI, beurteilt (Kasten). Werte zwischen 18,5 und 24,9 gelten definitionsgemäß als normal, über 25 beziehungsweise 30 aber signalisieren sie Übergewicht und Fettleibigkeit.

Mehr als 1000 Studien beurteilt

Nach der Durchsicht von mehr als 1000 epidemiologischen Studien kamen die Experten zu dem Ergebnis, dass Übergewicht das Risiko für Tumoren von Darm, Magen, Leber, Gallenblase und Bauchspeicheldrüse um 20 bis 50 Prozent erhöht. Bei Fettleibigkeit wächst das Erkrankungsrisiko sogar um 50 bis 80 Prozent. Am höchsten war der Effekt der Fettleibigkeit beim Krebs der Gebärmutterschleimhaut: Frauen mit einem BMI von mehr als 40 hatten gegenüber Normalgewichtigen ein um den Faktor 7,1 erhöhtes Erkrankungsrisiko (Tabelle).

Wer sich vor dem erhöhten Risiko schützen möchte, sollte also dafür sorgen, dass sein Gewicht im Normalbereich, sprich bei einem BMI von 18,5 bis maximal 24,9 liegt. Allerdings bildet der BMI allein die Wirklichkeit nicht korrekt ab. Ein Leistungssportler, der bei einer Körpergröße von 1,96 Metern 105 Kilogramm wiegt, hat zwar einen BMI von 27,3, liegt also deutlich über der Grenze von 24,9. Als austrainierter Sportler hat er aber einen Körperfettanteil von nur etwa 10 Prozent, deshalb ist sein Ernährungszustand nicht besorgniserregend.

Umgekehrt kann es auch sein, dass ein äußerlich schlanker Mensch trotz eines BMI unter 24,9 ein erhöhtes Krebsrisiko trägt, wenn sein Körperfettanteil wegen zu geringer körperlicher Aktivität zu hoch ist. Im Zweifelsfall entscheidend ist der – vor allem bei übergewichtigen Männern häufige – Bauchfettanteil. Dieses Fettgewebe kann bestimmte Hormone produzieren oder dauerhaft Immunzellen anlocken und so das Fettgewebe in den Zustand einer chronischen Entzündung versetzen. Beide Prozesse begünstigen die Entstehung und das Wachstum von Tumoren.

Für Krebspatienten spielt Übergewicht eher selten eine Rolle

Die Ergebnisse der IARC-Arbeitsgruppe gelten also im Hinblick auf das Krebsrisiko ansonsten gesunder Menschen. Ist Übergewicht auch ein (weiterer) Risikofaktor für bereits an Krebs erkrankte Menschen? – Diese Frage lässt sich nur individuell auf den einzelnen Patienten bezogen beantworten. Viele Brustkrebspatientinnen neigen tatsächlich zur Gewichtszunahme während der Therapie.
Woran das genau liegt und ob eine Antihormontherapie damit zu tun hat, ist noch nicht endgültig belegt. Klar ist aber, dass bei einemdauerhaften BMI von über 30 auch das individuelle Rückfallrisiko erhöht ist.

Patienten mit Magen- oder Darmkrebs neigen während der Therapie eher zu Gewichtsverlust und brauchen bis zur Normalisierung der Nahrungsaufnahme meist viel Geduld. Bei Krebs der Bauchspeicheldrüse besteht ein grundsätzliches Ernährungs- und Verdauungsproblem. Starker Gewichtsverlust ist nicht selten. Dasselbe gilt für Lungenkrebspatienten: Sie verlieren meist deutlich an Gewicht, und zwar schon längere Zeit vor der Diagnose. Patienten mit Kopf-Hals-Tumoren leiden nicht selten unter Kau- und Schluckstörungen. Sie benötigen unter Umständen eine Trinknahrung oder müssen zusätzlich über eine Sonde ernährt werden.

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