Krebsinformationen von uns für Sie

Übelkeit Und Erbrechen

Von allen möglichen Nebenwirkungen einer Krebstherapie sind Übelkeit und Erbrechen die am meisten gefürchteten. Ob und in welchem Maße sie auftreten, ist von der Art der Behandlung und vom einzelnen Patienten abhängig. Wichtig: Gegen schwere Übelkeit können wir immer etwas tun. Sprechen Sie mit uns über Ihre Beschwerden.

Große individuelle Unterschiede

Auch eine Strahlentherapie kann das Brechzentrum im Gehirn reizen. Eine Bestrahlung der Gliedmaßen wird meist gut vertragen, schwieriger wird es, wenn Schleimhäute oder Teile des Verdauungstrakts betroffen sind. Ausschlaggebend sind auch die Größe des bestrahlten Feldes und die verwendete Strahlendosis.

 

Allgemeingültige Aussagen zum Nebenwirkungsrisiko von Krebstherapien sind schwierig, weil große individuelle Unterschiede bestehen, selbst bei Patienten, die am gleichen Krebs erkrankt sind. Geschlecht und Alter spielen offenbar eine große Rolle, ebenso der Allgemeinzustand und die Erwartungshaltung eines Patienten. Junge Frauen scheinen häufiger betroffen zu sein, ebenso wie Patienten, die auf die Beschwerden regelrecht warten oder schon im Vorfeld der Behandlung große Angst davor haben.

 

Akute, verzögerte und antizipatorische Beschwerden

Übelkeit und Erbrechen werden je nach zeitlichem Auftreten in drei Kategorien eingeteilt. Von akuten Beschwerden sprechen Ärzte immer dann, wenn das Erbrechen kurze Zeit (bis zu 24 Stunden) nach einer Chemotherapie einsetzt. Verzögerte Beschwerden verursachen einen Brechreiz mehr als 24 Stunden bis fünf Tage nach Ende der Chemotherapie – meist dann, wenn der Patient denkt, bereits alles hinter sich zu haben.

 

Besonders tückisch sind die sogenannten antizipatorischen Beschwerden, die erst nach einigen Chemotherapie-Zyklen auftreten. Der Patient reagiert auf bestimmte optische oder Geruchsreize, die er im Rahmen einer Chemotherapie kennengelernt hat, mit Übelkeit und Erbrechen. Unter Umständen reicht schon der Anblick eines weißen Arztkittels oder der typische Krankenhausgeruch, um die Beschwerden auszulösen. Nicht eine vorangegangene Chemotherapie ist Ursache für die Beschwerden, der Patient „erahnt“ sie vielmehr aufgrund bekannter Begleitumstände – fachsprachlich ausgedrückt: antizipiert – und reagiert entsprechend.

 

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Aufklärendes Gespräch vor der nebenwirkungsträchtigen Therapie

Um Patienten vor den zu erwartenden Nebenwirkungen einer Therapie optimal schützen zu können, ist ein aufklärendes Gespräch im Vorfeld wichtig. Dabei stellen wir fest, ob Sie parallel zur eigentlichen Therapie eine medikamentöse Vorbeugung benötigen. Gegebenenfalls verordnen wir Ihnen auch eine sogenannte Rescue-Medikation, die Sie nach Bedarf selbst einnehmen können. Es stehen zahlreiche hochwirksame Medikamente – sogenannte Anti-Emetika – zur Bekämpfung von Übelkeit und Erbrechen zur Verfügung. Sie können auch selbst eine Menge tun, um die Beschwerden in Grenzen zu halten (siehe Kasten). Besonders wenn bei Ihnen eine ängstliche Erwartungshaltung besteht, können Entspannungstechniken oder eine Verhaltenstherapie sinnvoll sein.

 

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