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Tipps für einen gesunden Schlaf

Eine immer größere Zahl von Menschen in Deutschland schläft schlecht. Die Betroffenen haben Schwierigkeiten einzuschlafen, können nicht richtig durchschlafen und wachen schon in den frühen Morgenstunden auf.

Eine immer größere Zahl von Menschen in Deutschland schläft schlecht. Die Betroffenen haben Schwierigkeiten einzuschlafen, können nicht richtig durchschlafen und wachen schon in den frühen Morgenstunden auf.


Besonders ältere Menschen liegen frühmorgens stundenlang wach und meinen deshalb, sie bräuchten weniger Schlaf alsin ihrer Jugend. Tatsächlich verschieben sich im höheren Lebensalter die Schlafperioden: Alte Menschen schlafen nachts manchmal auch deshalb weniger, weil sie sich tagsüber mal ein Nickerchen gönnen. Echte Schlaflosigkeit ist nicht selten das Ergebnis von jahrelangem Schlafmittelgebrauch. Besonders folgenreich ist die Einnahme sogenannter Benzodiazepine. Der Organismus gewöhnt sich an die „Schlafhilfe“; immer höhere Dosen werden notwendig, um dieselbe Wirkung zu erzielen. Wer meint, nur mit medikamentöser Unterstützung Schlaf finden zu können, sollte deshalb möglichst auf Arzneimittelzubereitungen aus Baldrian oder Melisse zurückgreifen.

Bevor jedoch Medikamente zum Einsatz kommen, empfiehlt sich auf jeden Fall zu prüfen, ob die Rahmenbedingungen für erholsamen Schlaf überhaupt erfüllt sind. Entspannende Abendgestaltung, geeignete Raumtemperatur und ein bestimmtes Einschlafritual: das sind empfehlenswerte Maßnahmen zur Verbesserung des Schlafes (siehe Übersicht).

  • Gestalten Sie den Tag aktiv, geben Sie ihm Struktur, gehen Sie an die frische Luft.
  • Kein Kaffee nach 16 Uhr, keine anregenden Medikamente nach 14 Uhr.
  • Gehen Sie nicht hungrig zu Bett, aber nehmen Sie abends nur eine leichte Mahlzeit zu sich.
  • Tagesaktivitäten eine Stunde vor dem Schlafengehen beenden.
  • Vermeiden Sie „aufregende“ Abendunterhaltung, kein Tablet oder Smartphone im Bett.
  • Entspannen Sie bewusst vor dem Schlafengehen (Yoga, Autogenes Training).
  • Schlafen Sie bei einer Raumtemperatur von 16 bis 20 Grad Celsius.
  • Achten Sie auf regelmäßige Schlafenszeiten.

Fatigue ist mehr als eine Schlafstörung

Schlafstörungen können auch das Symptom bestimmter Grunderkrankungen sein. Sehr häufig sind sie bei depressiven Erkrankungen. Die Patienten leiden unter Einschlaf- beziehungsweise Durchschlafstörungen und Früherwachen. Trotz Abgeschlagenheit und Müdigkeit können sie auch am Tag nicht schlafen. Nicht von ungefähr gleichen diese Symptome denen der bei Krebspatienten häufig auftretenden Fatigue. Denn von Fatigue Betroffene befinden sich sozusagen in einem Teufelskreis: Ursprünglich ist für ihre Erschöpfung vielleicht ein Mangel an roten Blutkörperchen, eine sogenannte Blutarmut oder Anämie verantwortlich. Die ständige Müdigkeit erinnert sie daran, dass mit ihnen irgendetwas nicht stimmt – dieses Gefühl kann sich zur Depression auswachsen und die Fatigue verstärken.

Schlaf-Apnoe schädigt Herz und Kreislauf

Eine weitere Schlafstörung, von der Betroffene häufig nichts ahnen, ist die sogenannte Schlaf-Apnoe. Etwa jeder zwanzigste Mann zwischen 40 und 60 Jahren leidet daran. Die Schlaf-Apnoe kommt mit zunehmendem Lebensalter immer häufiger vor. Schätzungsweise ein Viertel bis zwei Drittel aller Menschen über 60 sind betroffen, Männer 9-mal häufiger als Frauen. Jahrelanges Schnarchen geht der Krankheit fast immer voraus. Die Schlaf-Apnoe ist definitionsgemäß ein während des Schlafes auftretender Atemstillstand, der mindestens 10 Sekunden lang anhält. Der Betroffene selbst registriert diese Atemstillstände häufig nicht bewusst, auch wenn er wegen Sauerstoffmangel aus dem Schlaf aufschreckt. Bei jedem anfallsartigen Aufwachen steigt der Blutdruck plötzlich an und Herzrhythmusstörungen können auftreten. Im Laufe von Jahren entstehen so bleibende Schäden an Herz und Kreislauf. Die Patienten selbst fühlen sich tagsüber müde, können sich nicht richtig konzentrieren; sie klagen nach einiger Zeit auch über morgendliche Kopfschmerzen und über den Verlust ihres sexuellen Verlangens. Nahezu zwei Drittel der betroffenen Männer sind extrem übergewichtig. Ihre Beschwerden nehmen nach abendlichem Alkoholgenuss oder der Einnahme von Schlafmitteln deutlich zu.

Wenn auch Sie Schwierigkeiten haben, Schlaf zu finden, dann nehmen Sie das nicht als zwangsläufige Begleiterscheinung Ihrer Erkrankung hin. Überprüfen Sie zunächst Ihre Schlafgewohnheiten. Wenn Sie trotz unserer Tipps schlecht schlafen, dann sprechen Sie uns direkt an. Wir werden gemeinsam eine Lösung finden.