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Lungenkrebs und Rauchen

Mit dem Rauchen aufzuhören lohnt sich, selbst wenn man schon erkrankt ist 80 bis 85 Prozent aller Lungenkrebserkrankungen sind durch das Rauchen verursacht. Lungenkrebs tritt allerdings meist erst zwischen 50 und 70 auf. Für 15- oder 20-jährige Raucher ist diese Jahrzehnte entfernte Bedrohung meist kein Anlass, mit dem Rauchen aufzuhören. Doch das Aufhören lohnt sich; häufig sogar dann, wenn man schon an Krebs erkrankt ist.

Im Jahr 1999 starben in Deutschland laut Statistischem Bundesamt 37.615 Patienten an einem Bronchialkarzinom, 28.192 Männer und 9.423 Frauen. Lungenkrebs stellt damit bei Männern die häufigste, bei Frauen die dritthäufigste krebsbedingte Todesursache dar. Von 100.000 Einwohnern erkranken jährlich etwa 50 neu an Lungenkrebs. In Deutschland ist also jährlich mit bis zu 40.000 Neuerkrankten zu rechnen.

Krebserregend sind nicht Nikotin und Teer

Die Krankheit geht gewöhnlich von den Zellen aus, die die Bronchien von innen auskleiden. Deshalb sprechen Experten meist von Bronchialkarzinomen. Diese Zellen „entarten“, das heißt, sie verlieren ihre ursprüngliche Funktion und beginnen ungehemmt zu wachsen, weil krebserregende Stoffe ihre Erbsubstanz geschädigt haben. Besonders konzentriert sind solche Stoffe im Zigarettenrauch enthalten. Nicht Nikotin oder Teer spielen dabei die ausschlaggebende Rolle, sondern die bei der unvollständigen Verbrennung entstehenden so genannten polyzyklischen aromatischen Kohlenwasserstoffe (PAK). Andere bisher nachgewiesene Krebserreger im Rauch sind Nitrosamine sowie die Salze der Metalle Cadmium und Nickel.

Auch Passivraucher, vor allem Kinder in Raucherhaushalten, sind einem erhöhten Krankheitsrisiko ausgesetzt: Im so genannten Nebenstrom – das ist der Rauch, der in den Rauchpausen von der Zigarette selbst ausgeht – ist die Konzentration der krebserregenden Substanzen wesentlich höher als im Hauptstrom, also dem Rauch, den der Raucher inhaliert.

40fach erhöhtes Risiko

Nach einer Studie des Imperial Cancer Research Fund, einer englischen privaten Krebsforschungsorganisation, sind bis zum 75. Lebensjahr etwa 16 Prozent aller Raucher an Lungenkrebs gestorben; von den Nichtrauchern sind es dagegen nur 0,4 Prozent. Das Risiko, an Lungenkrebs zu sterben, ist für Raucher im Vergleich zu Nichtrauchern also 40-mal höher.

Dabei lohnt es sich so gut wie immer, mit dem Rauchen aufzuhören: Nach Informationen der Deutschen Krebsgesellschaft ist das Risiko nach fünfjähriger Abstinenz deutlich vermindert, nach zehn Jahren Nichtrauchen hat es sich dem Risiko von Nichtrauchern angenähert.

Für das Bronchialkarzinom existieren leider keine verlässlichen Früherkennungsuntersuchungen. Meist werden die Tumoren eher zufällig beim Lungenröntgen entdeckt. Beschwerden wie anhaltender Husten, Atemnot, Auswurf oder Gewichtsverlust treten bei fortschreitender Erkrankung auf. Zwei große Gruppen von Bronchialkarzinomen werden unterschieden: die kleinzelligen und die nicht-kleinzelligen. Kleinzellige Bronchialkarzinome – etwa ein Viertel aller Fälle – bilden frühzeitig Tochtergeschwülste (Metastasen), vor allem in der Leber und im Gehirn. Sie werden meist chemotherapeutisch behandelt, weil möglichst alle Krebszellen im gesamten Körper erreicht werden müssen. Die Rückfallquote (Rezidivrate) ist jedoch sehr hoch, die Krankheit lässt sich häufig nicht länger als ein Jahr aufhalten.

Nicht-kleinzellige Bronchialkarzinome wachsen zumindest anfangs vorwiegend in der Lunge. Bei jedem fünften dieser Tumoren ist eine Operation möglich. Chemo- und Strahlentherapie werden ergänzend oder als Alternative zur Operation eingesetzt. Die Überlebenszeit ist deutlich höher als beim kleinzelligen Bronchialkarzinom.

Unterstützung beim Aufhören

Auch wenn es auf den ersten Blick paradox anmuten mag: Der Verzicht auf die Zigarette kann auch dann noch sinnvoll sein, wenn man bereits an Krebs erkrankt ist. Schon bald nach der letzten Zigarette verbessert sich die Sauerstoffaufnahme. Wunden heilen dadurch schneller, Nebenwirkungen der Behandlung sind weniger schwerwiegend, und Schmerzmedikamente sind wirksamer als bei Rauchern. Wir empfehlen Ihnen einen Selbstversuch: Verzichten Sie einige Tage bewusst auf die Zigaretten. Sollte das nicht funktionieren, entscheiden Sie selbst, ob Sie Hilfe benötigen (beispielsweise über das Rauchertelefon des Deutschen Krebsforschungsinstituts, 06221/42 42 24) oder ob Sie weiterrauchen.