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Fieber?

Tumorpatienten sind für Entzündungen und Infektionen in der Regel deutlich anfälliger als Gesunde. Dahinter steckt meist eine Schwächung des Immunsystems durch den Tumor oder die zur Krebsbekämpfung eingesetzten Medikamente. Der Körper reagiert mit einer Erhöhung der Körpertemperatur, der Patient hat Fieber.

Tumorpatienten sind für Entzündungen und Infektionen in der Regel deutlich anfälliger als Gesunde. Dahinter steckt meist eine Schwächung des Immunsystems durch den Tumor oder die zur Krebsbekämpfung eingesetzten Medikamente. Der Körper reagiert mit einer Erhöhung der Körpertemperatur, der Patient hat Fieber.

Dahinter muss nicht zwangsläufig ein Krankheitskeim, also eine Infektion stecken. Fieber kann auch bei einer Entzündung auftreten, beispielsweise wenn man sich eine Schürf oder Schnittverletzung zugezogen hat. Die betroffenen Hautstellen werden rot und heiß, schwellen an und schmerzen. Dafür verantwortlich ist eine biologisch sinnvolle Reaktion des Immunsystems, mit der schädliche Stoffe und/oder zerstörtes Gewebe beseitigt werden sollen: Abwehrzellen wandern zum Entzündungsort, sie setzen Botenstoffe frei. Es kommt zu vermehrter Durchblutung, die Gefäßwände werden durchlässiger, Flüssigkeit und immer mehr Abwehrzellen sammeln sich am Ort des Geschehens, um den Schaden zu reparieren.

Ganz ähnlich verläuft die Abwehrreaktion, wenn es um eine Infektion geht, wenn also der Körper von krankmachenden Bakterien, Pilzen oder Viren befallen ist.

Wärmeregulationszentrum im Gehirn

Die Körpertemperatur wird bei solchen Reaktionen über den Sollwert von 37 Grad Celsius erhöht, weil die von den Abwehrzellen ausgeschütteten Botenstoffe unter anderem fieberauslösend wirken. Ärzte bezeichnen fieberauslösende Stoffe als Pyrogene. Nicht nur das Immunsystem produziert sie, auch Krankheitserreger setzen sie frei, und auch manche Tumoren produzieren Pyrogene.

Pyrogene wirken auf das Wärmeregulationszentrum im Zwischenhirn. Es arbeitet wie ein Thermostat, mit dem sich die Solltemperatur des Körpers festsetzen lässt. Pyrogene erhöhen die Solltemperatur. In der Folge drosselt der Körper die Abgabe von Wärme an die Umgebung: Blutgefäße in der Haut werden verengt, die Patienten klagen über kalte Füße und Hände, sie frieren und sehen blass aus, die Körpertemperatur aber steigt.

 „Maskiertes“ Fieber

Wenn die Solltemperatur nach erfolgreicher Entzündungsbekämpfung wieder herabgesetzt werden soll, forciert der Körper die Wärmeabgabe nach außen: Die Blutgefäße in der Haut erweitern sich, Betroffene schwitzen stark, die Körpertemperatur fällt.

Fieber ist also ein vergleichsweise frühes Symptom, das den Beginn einer Abwehrreaktion signalisieren kann. Ob Fieber tatsächlich auftritt oder nicht, ist aber auch vom einzelnen Patienten abhängig: Die Körpertemperatur steigt gar nicht oder weniger stark, wenn man beispielsweise Kortison oder Schmerzmittel einnimmt. Bei älteren Patienten ist Fieber auch deshalb seltener, weil die Körpertemperatur insgesamt reduziert ist. In solchen Fällen ist das Fieber gewissermaßen „maskiert“.

Seien Sie aufmerksam!

Bei Krebspatienten schließlich kann Fieber auch ohne eine Infektion oder Entzündung auftreten, zum Beispiel wegen der gegen den Tumor eingeleiteten Immunreaktion oder weil die Krebszellen selbst Pyrogene produzieren. Bei Patienten mit Leukämien und Lymphomen ist Fieber besonders häufig. Auch als Therapienebenwirkung tritt es auf, zum Beispiel nach Transfusionen oder als Nebenwirkung mancher Krebsmedikamente. Bei der Behandlung von Fieber gilt ein einfacher Grundsatz: Ursachen beseitigen, Symptome kontrollieren und lindern. Als Patient können sie das Ihre dazu tun: Sorgen Sie für ausreichend Flüssigkeitszufuhr, machen Sie gegebenenfalls Wadenwickel oder kühlen Sie Ihre Unterarme und Leisten. Vor allem aber: Unterrichten Sie uns, wenn Ihre Körpertemperatur auf mehr als 38 Grad Celsius gestiegen ist.