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Darf ein Krebspatient sein Haustier behalten?

Das Immunsystem von Krebspatienten ist in vielen Phasen der Erkrankung geschwächt, sei es durch den Tumor selbst oder durch die medikamentöse Therapie, die eben nicht nur Krebszellen, sondern beispielsweise auch das Knochenmark schädigt, in dem unsere Abwehrzellen heranreifen. Das heißt, Krankheitserreger, die von Haustieren auf Menschen übertragen werden können, sind für Krebspatienten unter Umständen eine echte Bedrohung. Wir haben die wichtigsten Fragen und Antworten zu diesem Thema hier für Sie zusammengestellt.

Das Immunsystem von Krebspatienten ist in vielen Phasen der Erkrankung geschwächt, sei es durch den Tumor selbst oder durch die medikamentöse Therapie, die eben nicht nur Krebszellen, sondern beispielsweise auch das Knochenmark schädigt, in dem unsere Abwehrzellen heranreifen. Das heißt, Krankheitserreger, die von Haustieren auf Menschen übertragen werden können, sind für Krebspatienten unter Umständen eine echte Bedrohung. Wir haben die wichtigsten Fragen und Antworten zu diesem Thema hier für Sie zusammengestellt.

Welche Krankheiten können eigentlich von Haustieren übertragen werden?

Tiere können eine Reihe von Krankheitserregern beherbergen, die für sie selbst und für gesunde Menschen kein Problem sind. Für den immungeschwächten Patienten hingegen können solche Erreger gefährlich werden. Dazu gehören einzellige Parasiten, aber auch Haut- oder Haarpilze. Besonders Tiere, die wie etwa ein Aas-fressender oder jagender Hund Kontakt zu anderen Wildtieren haben, können sich mit krankmachenden Viren, mit Salmonellen oder Bandwürmern anstecken und diese auf den Menschen übertragen. Es ist wichtig, dass Sie sich als Patient, aber auch die Menschen in Ihrer unmittelbaren Umgebung dieser Gefahr bewusst sind.

Das heißt, ich muss mein Haustier für die Dauer der Therapie woanders unterbringen?

Das lässt sich so nicht verallgemeinern. Aber wenn sich beispielsweise ein junger Mann mit einer schweren Leukämie einer sogenannten Stammzelltransplantation zu unterziehen hat, dann ist er eine Zeitlang in höchstem Maße infektionsgefährdet, weil sein Immunsystem überhaupt nicht mehr funktioniert beziehungsweise eine Zeitlang gar nicht vorhanden ist. Diese Therapiephase wird sich ohnehin in der Klinik abspielen, und dort gelten strengste Hygienevorschriften. Haustiere müssen in dieser Phase in die Obhut von Freunden oder Verwandten gegeben werden. Aber auch wenn sich das „neue“ Immunsystem des Patienten als funktionsfähig erweist, ist noch allergrößte Vorsicht geboten, denn Komplikationen sind in dieser Krankheitsphase nicht selten. Es ist besser, in dieser Zeit auf direkten Kontakt zu verzichten. Gegen eine Begegnung in Gegenwart eines zweiten Menschen (der den Hund unter Kontrolle hat) ist nichts einzuwenden. Kontakte zu kranken Haustieren sollten Sie allerdings vermeiden.

Kann ich nach der Akuttherapie wieder ganz normal mit meinem Haustier umgehen?

Die meisten Krebspatienten müssen nicht dauerhaft auf ihren vierbeinigen oder geflügelten Liebling verzichten. Allerdings sind einige Regeln zu beachten. Wenn Sie beispielsweise mit Ihrem Hund spazieren gehen, sollten Sie das Aufnehmen des „Häufchens“ in einen Hundekotbeutel Ihrer Begleitung überlassen. Dasselbe gilt für Katzentoiletten – lassen Sie sich das Saubermachen von jemand anderem abnehmen. Auch Vogelkäfige, Taubenschläge, Kaninchenställe sowie Terrarien und Aquarien sind für Krebspatienten tabu, wenn es um die Reinigung geht. Und schließlich: Rohes Futter sollten Sie als Patient nicht selbst an Ihr Tier verfüttern, denn die Infektionsgefahr, die beispielsweise von rohen Hähnchenhälsen ausgeht, ist einfach zu groß. Im Zweifelsfall stellen Sie die Ernährung Ihres Haustieres auf Fertigfutter um.

Aber Streicheln und Spielen sind erlaubt, oder?

Ja, natürlich – schließlich tut Streicheln der Menschen- und Tierseele gleichermaßen gut. Beim Spielen sollten Sie es allerdings nicht zu wild treiben, denn Kratzspuren sind immer auch Einfallstore für Krankheitserreger. Vermeiden Sie darüber hinaus zu engen Körperkontakt: lassen Sie sich nicht abschlecken, und küssen Sie Ihr Tier nicht. Und waschen Sie sich nach jedem Kontakt mit Ihrem Tier gründlich die Hände.

Sie haben die segensreichen Wirkungen auf die Seele selbst genannt. Kann es ratsam sein, sich als Krebspatient ein Haustier anzuschaffen?

Dagegen ist prinzipiell nichts zu sagen, aber auch hier gilt es, einige Regeln einzuhalten. Bei Jungtieren ist das Immunsystem noch nicht genügend ausgebildet, deshalb sollte ein neu angeschaffter Welpe mindestens 6 Monate alt sein, eine junge Katze mindestens 12 Monate. Egal wie niedlich sie ausschauen: Ganz junge Tiere sind für Krebspatienten keine Option.

Brauchen die Tiere so eine Art Gesundheitszeugnis?

Bevor Sie als Krebspatient mit einem neu angeschafften Tier in Kontakt kommen, sollte es tierärztlich untersucht und für gesund erklärt worden sein. Wir sprechen hier im Übrigen in erster Linie von Hund und Katze. Die Anschaffung von Wildtieren oder Exoten ist nicht empfehlenswert.

Was ist mit Wellensittichen im häuslichen Käfig?

Der Vogelkäfig zuhause ist kein Problem, solange die Vögel nicht frei herumfliegen. Auch hier gilt: Überlassen Sie die tägliche Reinigung des Käfigs gesunden Mitbewohnern beziehungsweise Freunden oder Verwandten. Vermeiden sollten Sie zu lange Aufenthalte vor Vogelvolieren in Vogelparks oder in Taubenschlägen. Die Keimdichte dort ist so hoch, dass eine Infektionsgefahr besteht.