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Sport, der Spaß macht, wirkt auch während der Therapie

Dass regelmäßige sportliche Betätigung nützlich ist und die Risiken für Herzkreislauf-, Stoffwechsel- und Krebskrankheiten senken kann, gehört mittlerweile zu den Binsenweisheiten der Medizin. Dass man aber auch Krebspatienten zu regelmäßiger körperlicher Aktivität geradezu auffordert, ist vergleichsweise neu. Denn es stellt sich immer mehr heraus, dass Sport, mit Lust und Laune sowie mäßig aber regelmäßig betrieben, nicht nur das Erkrankungsrisiko senkt, sondern auch die Prognose einer Krebserkrankung verbessern kann.

In einer Übersicht aus über 100 klinischen Studien kamen Wissenschaftler der Sporthochschule Köln im Jahr 2010 zu dem Schluss, dass Brustkrebs-Patientinnen, die Sport treiben im Vergleich zu sportlich inaktiven Patientinnen nur etwa halb so häufig an ihrem Brustkrebs versterben. Untersuchungen mit männlichen und weiblichen Darmkrebspatienten, die noch keine Metastasen entwickelt haben, legen nahe, dass regelmäßige sportliche Betätigung auch hier die Sterberate um etwa die Hälfte senkt.


Bewegungsmangel schadet auch Krebspatienten

Die immer noch sehr verbreitete Empfehlung, sich im Rahmen einer Krebstherapie möglichst zu schonen und Anstrengungen zu vermeiden, gilt damit als überholt. Ganz offensichtlich ist es so, dass Bewegungsmangel für alle – Gesunde wie Kranke – schädlicher ist als regelmäßige körperliche Anstrengung.

Allerdings geht es nicht darum, Patienten zu Leistungssportler zu machen. Nicht das Trainingsprogramm als solches ist entscheidend, sondern die Intensität, mit der es betrieben wird. Mit anderen Worten: Tun Sie sportlich das, was Ihnen wirklich Spaß macht. Ob Nordic Walking, Laufen, Radfahren, Schwimmen oder Tanzen – all das ist möglich, aber achten Sie darauf, sich selbst nicht zu überfordern.

Regelmäßige Aktivität nach Lust und Laune
Solange Sie während der Aktivität noch durch die Nase atmen, lächeln oder sich sogar unterhalten können, ist alles in Ordnung. Hilfreich ist auch die bekannte Regel, wonach die maximale Pulsfrequenz die Differenz aus 180 minus Lebensalter in Jahren nicht übersteigen sollte. Wenn Sie Ihre maximale Belastbarkeit genauer kennen, dann achten Sie darauf, dass Ihnen immer noch etwa ein Viertel Reserve bleibt: Wer also in der Lage ist, täglich drei bis vier Kilometer zu laufen, sollte sein Pensum auf etwa zwei bis 2,5 Kilometer begrenzen.

Schon bald werden sich durch dieses Training Fortschritte einstellen. Wenn Sie bemerken, dass Sie leistungsfähiger werden, dann steigern Sie nicht unbedingt die Intensität, sondern eher die Dauer der Belastung. Verlängern Sie Ihre Aktivität beispielsweise von täglich 30 Minuten auf 45 oder gar 60 Minuten.

Manchmal ist Sport allerdings tabu
Insgesamt sollten Sie Ihr Bewegungspensum täglich oder zumindest alle zwei Tage absolvieren; nur dann werden sich die positiven Effekte bemerkbar machen: Ihre Stimmungslage wird sich auf Dauer bessern und Sie werden sich leistungsfähiger fühlen. Wenn Sie dagegen versuchen, am Wochenende verbissen (und mit hochrotem Kopf) all das nachzuholen, was Sie die Woche über versäumt haben, schaden Sie sich selbst.

Apropos schaden: Wenn Sie während einer Chemo- oder Strahlentherapie mit Übelkeit oder Schwindel zu kämpfen haben, wenn Sie Fieber haben oder die Wundheilung nach einer Operation noch nicht abgeschlossen ist, dann ist Sport für Sie tatsächlich tabu. Aber seien Sie ehrlich zu sich selbst: Sich einfach nur schlapp zu fühlen, ist kein Grund, auf jede Bewegung zu verzichten.

Fangen Sie an – den Zeitpunkt bestimmen Sie
Viele Patienten fragen, welches der richtige Zeitpunkt sei, um anzufangen. Die Antwort ist verblüffend einfach: Beginnen Sie einfach noch heute. Führen Sie täglich Ihren Hund aus, selbst wenn Sie keinen besitzen. Und hören Sie auf Ihren Körper, dann werden Sie Überbelastungen vermeiden. Bitte sprechen Sie uns an, wenn Sie Fragen zu Sport und Krebs haben. Wir sind gerne für Sie da.

Onkologie Bochum

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